Steimkers Hof

Kategorie
Konzept, Entwurf und Visualisierungen
Ort
Nordsteimke

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Hofansicht_NEU
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See_Ansicht

Konzept

Eine Alternative zum traditionellem Altersheim bieten „Green Care“- Konzepte, die in Norwegen und Holland bereits weit verbreitet sind. Zentral ist die Verbindung von Pflege und Natur. In Holland haben sich inzwischen besonders Bauernhöfe auf diese Art der Pflege spezialisiert.

Der denkmalgeschützte Hof der von Steimker bietet sehr gute Rahmenbedingungen, um ein Seniorenheim nach dem Konzept von Green Care zu entwickeln. Der Hof liegt in Nordsteimke, einem Ortsteil von Wolfsburg, ca. 4 km südöstlich vom Stadtzentrum. Die anbindung an die Innenstadt ist sehr gut. Nordsteimke selber bietet aber auch alles was man für den Alltag braucht. Der Hof ist ca. 2.500 m² groß und bietet so genügend Platz für Tiere und Senioren.
Bei der Umplanung des Hofes standen vor allem Aspekte des Denkmalschutzes im Vordergrund. Die ursprüngliche Identität des Hofes sollte trotz neuer Nutzung erhalten bleiben. Dies bedeutet neben dem erhalt der Gebäude auch, dass Gemüseanbau, Tierhaltung und Handwerk weiterhin im Mittelpunkt stehen sollen. So werden viele Stallungen auch weiterhin genutzt. Neben den Tieren findet auch eine geräumige Werkstatt in eine der Stallungen Platz und ermöglicht es den Bewohnern selber handwerklich tätig zu werden. Im großen Garten kann an langen Hochbeeten eine Vielzahl an Obst und Gemüse angebaut werden. Das Wohnhaus bietet Platz für die Verwaltung und vier Bewohnerzimmer. Die meiste Veränderung erfährt die große Scheune, denn hier wird ein Großteil der Bewohner leben, im Obergeschoss sind acht neue Zimmer geplant und im Erdgeschoss zwei weitere. Das restliche Erdgeschoss bietet großzügige Gemeinschaftsräume und einen Multifunktionsraum, in dem zum Beispiel Geburtstage gefeiert werden können.

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Gebäudestruktur
1. EG Wohnhaus | Verwaltung
2. Pferdestall
3. Werkstatt
4. Bewohnerzimmer
5. Gemeinschaftssaal
6. Hauswirtschafts- und Technikräume
7. Stallungen | Umkleidekabinen
8. OG Wohnhaus | Bewohnerzimmer
9. Lager
10. Bewohnerzimmer
11. Bewohnerzimmer

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Außenbereiche

Der Außenbereich ist einer der wichtigsten Bestandteile des Hofes. Denn hier entfaltet sich das Konzept von Green Care. Der große Garten hinter dem Dreiseithof ist über eine Durchfahrt vom Innenhof zu erreichen, oder durch die großzügige Eingangshalle.
Die Parkplätze im Westen des Gartens werden durch eine Landstraße erschlossen. Mit dem Ziel, die Autos möglichst vom Hofgelände zu halten. Neben den Parkplätzen befindet sich der Kompost und ein Misthaufen, möglichst weit von allen Aufenthaltsflächen entfernt. An den Parkplatz schließt ein breiter Fußweg an, dieser führt bis zur Hinterseite des Hofes und wird flankiert von mehreren Reihen Hochbeeten.
Diese sind partiell unterfahrbar, damit auch Rollstuhlfahrer an ihnen arbeiten können. Unterbrochen werden die Reihen durch Sitzbänke, auf diesen können sich die Bewohner ausruhen oder anderen bei der Gartenarbeit zusehen.


Zwischen den Hochbeeten steht ein Gewächshaus, in diesem können weitere Sorten Obst und Gemüse, zusätzlich zum Außenbereich, angebaut werden. Folgt man nun einer Abzweigung des Hauptweges, kommt man an einem Spielplatz vorbei.
Dieser ist umgeben von Beeten und Sitzbänken. Von hier aus können die Erwachsenen die Kinder beaufsichtigen und gleichzeitig die Umgebung genießen. Denn von den Sitzplätzen aus kann man auch wunderbar auf die dahinter liegende Weide schauen. Folgt man dem Wegesverlauf weiter, gelangt man zum Naturteich. Dieser wird neu angelegt, historische Daten belegen, dass früher einmal an dieser
Stelle bereits ein Teich war. Auf den Bereich des Teiches folgt die Terrasse an der großen Scheune. Diese ist überdacht mit einer Pergola, welche die alte Kubatur eines abgerissenen Schuppens aufgreift. Die große Terrasse ermöglicht eine starke innen/außen Beziehung und lädt Bewohner zum Verweilen ein.

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Gebäudestruktur

Das Erdgeschoss der großen Scheune ist der neue Mittelpunkt des Hofes. Hier kommen die Bewohner zusammen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Da dieser Entwurf zum Interagieren und Kommunizieren anregen soll, ist die Gestaltung dieser Gemeinschaftsräume besonders wichtig. Zugang zum Gebäude erhält man über die Eingangshalle, diese basiert auf einer ehemaligen Durchfahrt. Die beiden Tore am Anfang und am Ende dieser wurden durch große Glasfronten ersetzt. In der Eingangshalle gibt es zwei Sitznischen in den ehemaligen Getreidesilos. Von der Eingangshalle aus gelangt man zum einen über eine Treppe zu den Zimmern der Bewohner, aber auch zu den Gemeinschaftsräumen des Bauernhofes.


Diese bestehen im Wesentlichen aus der Gemeinschaftsküche und dem Speisesaal mit einem großzügigen Kamin. Über ein großes Fenster wird ein Bezug zur Gastronomieküche hergestellt, in der gemeinsam die Mahlzeiten für alle Bewohner vorbereitet werden können. Da die Gastronomieküche nur schlecht mit dem Rollstuhl zu erreichen ist, gibt es noch eine kleinere Küche im Gemeinschaftsbereich, sodass auch Bewohner im Rollstuhl am Kochgeschehen teilhaben können. Hier kann zudem in kleineren Gruppen gekocht und gebacken werden. Ein weiterer Gemeinschaftsbereich ist der Multifunktionssaal. Dieser ist so aufgebaut, dass man diesen für unterschiedliche Nutzungen vorbereiten kann. Hier können Geburtstage veranstaltet werden, oder Yoga-Übungen stattfinden.